Gerichtsstöckl


Das Gerichtsstöckl in der Fleischgasse, erbaut 1597, war Gerichtsgebäude und Kotter. Die Herrschaft Scharfeneck besaß auch die Blutgerichtsbarkeit. Der letzte Todeskanditat, der hier auf seine Hinrichtung wartete, war eine Frau, welche wegen meuchlerischen Gattenmordes verurteilt worden war. Am Abend des 18. November 1833 hatte sie nach heftigem Streit ihren Mann im Schlaf mit 32 Hackenhieben erschlagen. Hernach warf sie den Toten außerhalb des Ortes in den Mühlbach, verwischte die Spuren ihres Verbrechens und machte am nächsten Morgen die Abgängigkeitsanzeige. Dennoch kam die Wahrheit ans Tageslicht. Am 5. Juni 1834 wurde das Todesurteil mit dem Strang vollzogen. Das war die letzte Hinrichtung in Mannersdorf.
Heute ist das Gerichtsstöckl ein Architekturbüro und Wohnhaus.